Vorsorge in der Schwangerschaft
Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft – was wann ansteht.
Liebe Patientin,
wir freuen uns, Sie durch Ihre Schwangerschaft begleiten zu dürfen. Diese Übersicht zeigt Ihnen, welche Untersuchungen zu welchem Zeitpunkt vorgesehen sind. Alle hier genannten Untersuchungen sind Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien und werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Obligatorische Screenings und Tests
| Untersuchung | Zeitpunkt (SSW) | Zweck |
|---|---|---|
| Erste Untersuchung Blut und Urin | 6.–12. SSW | Bestimmung der Blutgruppe (AB0, Rh-Faktor), Antikörper-Suchtest, Röteln-Immunität, Lues, HIV, Chlamydien (Urin). |
| 1. Ultraschall-Screening | 9.–13. SSW | Bestätigung der intakten Schwangerschaft, Prüfung auf Mehrlinge, Bestimmung und Korrektur des voraussichtlichen Entbindungstermins, erste Kontrolle der fetalen Entwicklung. |
| 2. Ultraschall-Screening | 18.–22. SSW | Detaillierte Prüfung des Wachstums, der Organentwicklung, des Plazentasitzes und der Fruchtwassermenge. |
| Oraler Glukosetoleranztest (oGTT) | 24.–27. SSW | Screening auf Schwangerschaftsdiabetes. |
| Antikörper-Suchtest (Wiederholung) | 24.–27. SSW | Wiederholung des Antikörpertests. Bei Rh-negativ erfolgt die Anti-D-Prophylaxe um die 28.–30. SSW. |
| 3. Ultraschall-Screening | 28.–32. SSW | Kontrolle von Wachstum, Kindslage und Zustand der Plazenta, gegebenenfalls Durchblutung (Doppler, falls indiziert). |
Optionale und zusätzliche Leistungen (IGeL)
Über die Mutterschaftsrichtlinien hinaus können zusätzliche Leistungen angeboten werden, die als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bezeichnet werden. Diese werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, es sei denn, es liegt eine medizinische Indikation vor. Sie haben das Recht, diese abzulehnen.
- Ersttrimester-Screening (Nackentransparenzmessung, PAPP-A, beta-hCG)
- Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT) auf Chromosomenstörungen, zum Beispiel Trisomie 21
- Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen über die drei Pflicht-Screenings hinaus
- Toxoplasmose- und Cytomegalie-Testung (CMV)
- Gruppe-B-Streptokokken-Testung (GBS), meist gegen Ende der Schwangerschaft
Bevor eine dieser Leistungen durchgeführt wird, informieren wir Sie über Nutzen, Grenzen und Kosten und schließen mit Ihnen eine schriftliche Vereinbarung. Sie entscheiden in Ruhe – eine Ablehnung hat keinerlei Nachteile für Ihre weitere Betreuung.
Bringen Sie zu jedem Termin bitte Ihren Mutterpass mit. Bei Beschwerden wie Blutungen, starken Schmerzen, vorzeitigen Wehen, Fieber oder deutlich nachlassenden Kindsbewegungen melden Sie sich bitte umgehend – unabhängig vom nächsten geplanten Termin.
Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Stand: 08/2026