Informationen zur Krebsvorsorge

Ihr jährlicher Vorsorgetermin – warum er so wichtig ist.

Liebe Patientin,

die gynäkologische Krebsvorsorge gehört zu den wirksamsten Vorsorgemaßnahmen in der Medizin. Dank regelmäßiger Früherkennungsuntersuchungen konnte die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich gesenkt werden.

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen, was bei der Krebsvorsorge passiert, warum sie so wichtig ist und wie Sie davon profitieren.

Was ist die Krebsvorsorge?

Die gynäkologische Krebsvorsorge ist eine jährliche Untersuchung, die darauf abzielt, Krebserkrankungen und deren Vorstufen möglichst früh zu erkennen. Sie steht jeder Frau ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich zu.

Was umfasst die Untersuchung?

  • Anamnese – Gespräch über Ihr Befinden, Beschwerden, Zyklusveränderungen und Ihre allgemeine Gesundheit.
  • Gynäkologische Untersuchung – Beurteilung des äußeren und inneren Genitales zur Erkennung sichtbarer Veränderungen.
  • Pap-Abstrich (Zervixzytologie) – ein schmerzfreier Abstrich vom Gebärmutterhals, der auf Zellveränderungen untersucht wird. Das Herzstück der Krebsvorsorge.
  • Tastuntersuchung der Brust – ab dem 30. Lebensjahr wird die Brust systematisch abgetastet, um Knoten oder Veränderungen zu erkennen.
  • Beratung – individuelle Empfehlungen zur Selbstuntersuchung, zur HPV-Impfung und zu weiterführender Diagnostik.

Der Pap-Abstrich – was ist das genau?

Der Pap-Test (benannt nach dem Arzt George Papanicolaou) ist ein einfacher, schmerzfreier Abstrich vom Gebärmutterhals. Dabei werden Zellen entnommen und unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht.

Was der Pap-Test erkennen kann

  • Zellveränderungen (Dysplasien) – Vorstufen, die sich ohne Behandlung über Jahre zu Krebs entwickeln könnten.
  • Frühe Krebsstadien – in einem Stadium, in dem eine vollständige Heilung möglich ist.
  • Entzündungen und Infektionen – die behandelt werden können, bevor sie Probleme verursachen.
  • HPV-bedingte Veränderungen – Hinweise auf eine Infektion mit Humanen Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Der entscheidende Vorteil: Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich in der Regel sehr langsam, über viele Jahre. Durch den regelmäßigen Pap-Abstrich können Vorstufen erkannt und behandelt werden, lange bevor Krebs überhaupt entsteht.

Warum jährlich?

Auch wenn Sie sich gesund fühlen und keine Beschwerden haben, ist die jährliche Vorsorge wichtig:

  • Keine Symptome im Frühstadium – Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen verursachen in den meisten Fällen keine Beschwerden. Sie können nur durch eine Untersuchung gefunden werden.
  • Regelmäßigkeit schützt – ein einzelner Abstrich kann unauffällig sein, obwohl sich Veränderungen entwickeln. Durch die jährliche Kontrolle werden auch langsam wachsende Veränderungen zuverlässig erfasst.
  • Brustuntersuchung – die Tastuntersuchung bei jedem Termin ergänzt Ihre persönliche Vorsorge.
  • Persönliche Beratung – jeder Termin ist auch eine Gelegenheit, Fragen zu stellen: zu Verhütung, Wechseljahren, Impfungen oder Beschwerden, die Sie beschäftigen.

HPV und Gebärmutterhalskrebs

Nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) verursacht. HPV ist weit verbreitet – die meisten Menschen kommen im Laufe ihres Lebens damit in Kontakt. In den meisten Fällen heilt die Infektion von selbst aus.

Bei einigen Frauen bleibt die Infektion jedoch bestehen und kann über Jahre zu Zellveränderungen und schließlich zu Krebs führen. Genau hier greift die Vorsorge ein: Durch den regelmäßigen Abstrich werden diese Veränderungen frühzeitig erkannt und können einfach behandelt werden.

Für Frauen ab 35 wird im Rahmen der Vorsorge zusätzlich ein HPV-Test durchgeführt (sogenannte Ko-Testung alle drei Jahre). Der jährliche Vorsorgetermin bleibt dennoch wichtig – für die gynäkologische Untersuchung, die Brustuntersuchung und die persönliche Beratung.

Für wen ist die Krebsvorsorge gedacht?

Ab welchem AlterLeistung der gesetzlichen Krankenkassen
ab 20 JahrenJährliche gynäkologische Vorsorge einschließlich Pap-Abstrich
ab 30 JahrenZusätzlich die Tastuntersuchung der Brust
ab 35 JahrenAlle drei Jahre eine Ko-Testung (Pap-Abstrich und HPV-Test)
ab 50 JahrenZusätzlich Anspruch auf das Mammographie-Screening alle zwei Jahre

Häufige Fragen

Kann ich während der Periode zur Vorsorge kommen?

Bei starker Blutung ist der Pap-Abstrich nicht optimal auswertbar. Bei leichter Blutung oder Schmierblutung ist die Untersuchung möglich. Am besten kommen Sie etwa eine Woche nach der Periode.

Wie lange muss ich auf das Ergebnis warten?

Das Ergebnis des Pap-Abstrichs liegt nach etwa ein bis zwei Wochen vor. Bei unauffälligem Befund werden Sie nicht gesondert informiert. Bei Auffälligkeiten kontaktieren wir Sie für einen Folgetermin.

Ich hatte noch keinen Geschlechtsverkehr – brauche ich die Vorsorge?

Die gynäkologische Untersuchung kann auch ohne vaginale Untersuchung durchgeführt werden. Ein Gespräch über Verhütung, Menstruation und die HPV-Impfung ist trotzdem sinnvoll.

Was kostet die Vorsorgeuntersuchung?

Die jährliche Krebsvorsorge wird von allen gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen. Zusatzleistungen sind kostenpflichtige IGeL-Leistungen; über diese informieren wir Sie vorher ausführlich.

Ich bin vor der Untersuchung nervös.

Das geht vielen Frauen so. Tiefes Atmen und Entspannen hilft. Sagen Sie uns einfach Bescheid, wenn Sie nervös sind – wir nehmen uns Zeit.

Vorsorge rettet Leben. Gebärmutterhalskrebs ist eine der wenigen Krebsarten, die durch regelmäßige Vorsorge fast vollständig verhindert werden kann. Nutzen Sie diese Möglichkeit – für sich und für Ihre Gesundheit.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Stand: 08/2026